Abwechslungsreiche Wanderfahrt ins Elsaß

26. März 2000

Eine interessante und abwechslunsreiche Wanderfahrt in das benachbarte Elsaß konnnte der Schwarzwaldverein Sasbach am Sonntag dem 26.März 2000 durchführen. Unter der Führung von Alfons Striebel und Karl Stöhr ging es über Brumath in das Gebiet vom sogenannten Kocherberg. Durch dieses fruchtbare Hügelland mit seinen alten schönen Fachwerkdörfern, vorbei an Hopfenstangen, wurde die schon weit sichtbare Kloster- und Wallfahrtskirche Hohatzenheim angesteuert. Von der über 900 Jahre alten Wallfahrtskirche, majestätisch auf einem Lößhügel gelegen, ausgestattet in ihrem Innern mit Fresken und einer ausdruckvollen Pieta, war die Wanderschar sehr beeindruckt. Nach der Weiterfahrt wurde die erste Rast an einem idyllischen Platz bei der Schleuse in Waltenheim am Rhein-Marne-Kanal gehalten. Danach wurde das sogenannte Hanauer-Ländle angesteuert. In Kirrwiller wurde auf der Durchfahrt der Tanz-und Showpalast Adam Meyer angeschaut ; und weiter ging es nach Zutzendorf ,wo die sogenannten Schinihäuser bewundert wurden. Diese besonders verzierten Fachwerkhäuser gehen auf ein Schweizer Zimmermannsgeschlecht zurück, welche im Mittelalter in das durch Kriegswirren fast menschenleere Gebiet gezogen sind. Auch die in dieser Gegend typischen Sandstein-Hofeinfassungen fanden Beachtung. Danach ging es nach Bouxwiller, dem einstigen Residenzstädtchen der Hanau-Lichtenberger. Viele alte Bürgerhäuser mit einem teils kunstvollen verziertem Fachwerk konnten bei einer Stadtführung bewundert werden. Auf einem Stück Stadtmauerrundweg waren die Schwarzwaldvereinler von der reizvollen Aussicht auf das Städtchen begeistert. Von Bouxwiller wurde nun unter Führung von jungen einheimischen Hobbygeologen zum Bastberg gewandert. Schon Goethe hatte bei einer Wanderung zum Bastberg aufgrund der zahlreichen Fossilienfunde erkannt, dass er sich hier auf einem ehemaligen Meeresgrund befand. Auch die schöne Aussicht vom Bast- berg nach Zabern und Burg Lichtenberg fanden in Goethes Reisebeschreibungen Beachtung. Aufgrund der, besonders nach starken Regenfällen,an die Oberfläche geschwemmten fremdartigen Fossilienfunde, wurde der Bastberg im Mittelalter mit Hexerei in Verbindung gebracht und ist seither als Hexenberg bekannt. In einer nahegelegenen Grube wurde eifrig gesucht und auch einige Gesteinsbrocken mit schönen Fossilieneinschlüssen (Muscheln und Meerestiere) gefunden. Höhepunkt dieses abwechslungsreichen Tages aber war die anschließende Führung durch die ehemalige Abteikirche in Neuwiller mit Pfarrer Alfons Liebherr. Bei dieser 1,5 stündigen Führung konnte Pfarrer Liebherr die an der Fassade und im Kirchenraum in Stein gehauenen Darstellungen ,sowie die in der anschließenden Kapelle aufgehängten Bildteppiche so lebendig-gepaart mit viel Hintergrund-Wissen darstellen, daß die Sasbacher Wandergruppe noch lange hätte zuhören können. Die Heimfahrt ging über eine Panoramastraße zwischen Pfaffenhofen und Brumath und Zuhause angekommen ließ man in einer heimischen Gaststätte die vielen schönen Eindrücke und Erlebnisse nochmals Revue passieren.