Vermutlich haben bereits Kelten und Römer Bergbau im Kinzigtal betrieben. So könnte auch die 74 n. Chr. gebaute Römerstraße von Straßburg nach Rottweil durch Hausach geführt haben.

Der urkundlich belegte Bergbau im Schwarzwald geht etwa bis zum Beginn des 11. Jh zurück. Vermutlich wurde jedoch schon viel früher nach Erzen gesucht, so im Kinzigtal und auch in Hausach und seinen Seitentälern. Abgebaut wurden im Schwarzwald vor allem Blei-Silber-Erze, Kupfer, Kobalt sowie Eisenerz.

Rund um Hausach sind über 60 Gruben, Stollen und Schächte nachgewiesen, in denen Bergleute früher vor allem Silber und Blei abgebaut haben. Die im Jahre 1957 u.a. von dem bekannten Heimatforscher Kurt Klein mitbegründete Vereinigung „Dorfer Erzbrüder“ – heute ein eingetragener Verein – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an diesen einstigen enormen Wirtschaftsfaktor Silberbergbau wach zu halten und dessen Spuren nachzugehen..

Nicht nur in den zahlreichen, heute allerdings nicht mehr zugänglichen Gruben rund um Hausach, können diese Spuren verfolgt werden. Auch in zahlreichen alten Bergbauanlagen im gesamten Bereich des Schwarzwaldes und bis ins benachbarte Elsaß geht der Verein diesen Spuren nach.

Im Hausacher Ortsteil Dorf, unweit der alten Pfarrkirche Hausachs wurde ein kleines Freilichtmuseum angelegt, das die wesentlichen Arbeitsgänge beim Aufbereiten des Erzes darstellt. Stationen sind eine Erzpoche – ein mit Wasserkraft betriebenes Gerät, das zum Zerkleinern der Erze diente, der große Schmelzofen, die Erzwäsche sowie die Bergschmiede. In offenen Gebäuden und Anlagen werden das Rösten des Erzes über dem Feuer, das Zerkleinern des Erzes in der Poche sowie das Waschen und Schmelzen des Erzes gezeigt. Ein historischer Förderwagen für den Erztransport sowie ein Mannschaftswagen sind Teil des Freilichtmuseums. Der Besucher kann also den langen Weg von der Erzförderung in der Grube bis zum gebrauchsfertigen Erz nach verfolgen.

Die Besichtigung des Bergbaumuseums ist jederzeit möglich – Führungen für Gruppen sind nach Vereinbarung möglich. Ab dem Kreisverkehr Ortseingang Hausach West ist das Museum ausgeschildert. Das Gelände ist jederzeit begehbar und beschildert.

Daneben gibt es den von den “Dorfer Erzbrüdern” angelegten, knapp zehn Kilometer langen Bergbaupfad. Zahlreiche Tafeln informieren über Geologie und den im Mittelalter betriebenen Silberbergbau im Kinzigtal. In der urkundlich ältesten Kinzigtäler Grube „Unsere Liebe Frau“ im Hauserbach waren 1515 allein 300 Bergleute beschäftigt. Ihnen diente die Dorfkirche St. Mauritius in Hausach-Dorf als Bergmannskirche. Sie ist eine der ältesten Kirchen im Kinzigtal und war bis zum Neubau der Stadtkirche in Hausach 1894 die gemeinsame Pfarrkirche.

Er beginnt am Rathaus und führt über die Burg Husen zur Dorfkirche, vorbei am Freilichtmuseum Erzpoche im Hauserbach Tal. Wegstrecke ca. 10 km.

HIER geht es zur Webseite der Dorfer Erzbrüder.