Mit 1.164 m ü. NN ist die Hornisgrinde die höchste Erhebung des Nordschwarzwaldes. Imposant ragt das mächtige Buntsandstein-Massiv gegenüber dem 1.000 m tiefer liegenden Rheintal auf. Die knapp 2 km lange Hochfläche der Hornisgrinde mit ihrem markanten, an Tafelberge erinnernden Profil fällt in alle Richtungen stark ab. Im Süden, Osten und Nordosten sind Kare ausgebildet. Die eindrucksvollste Karbildung – wohl des gesamten Nordschwarzwaldes – ist dabei der Biberkessel.

Quelle: Naturschutzzentrum Ruhestein

Die Hornisgrinde im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen ist von besonderer erdgeschichtlicher sowie landschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Die ausgedehnten Feuchtheiden der Hochfläche, die sog. Grinden, gehen auf die Nutzung des Menschen zurück. Seit dem Mittelalter wurden die Waldflächen immer wieder brandgerodet und als Viehweide genutzt. Das große Hochmoor auf dem Südgipfel, war davon nicht betroffen, da es von Natur aus waldfrei ist. Seine bis zu 5 m mächtigen Torfschichten werden auf ein Alter von 6.000 Jahren geschätzt.

Die landwirtschaftliche Nutzung der Hochfläche endet mit Beginn des 2. Weltkriegs. Zunächst belegt die Deutsche Wehrmacht die Hornisgrinde als Stütz- und Beobachtungspunkt. Am Kriegsende besetzen die Franzosen das Gipfelplateau und erklären es zum militärischen Sperrgebiet. Im Jahr 1996, nach dem Abzug des französischen Militärs, haben die Deutsche Telekom, der Südwestrundfunk sowie Windkraftbetreiber den höchsten Berg des Nordschwarzwaldes für ihre Zwecke entdeckt. Zuvor gelang es 1992 die Überbleibsel der empfindlichen Hochmoorflächen gerade noch rechtzeitig unter Schutz zustellen.

Das mit in das Schutzgebiet aufgenommene benachbarte Biberkessel-Kar ist eine auffällige Felsformation von ca. 500 m Durchmesser und 130 m Tiefe, die tief nach Nordosten geöffnet ist. Die steile Wand ist vom Mittleren Buntsandstein geprägt. Die härteren Bänke treten gegenüber den weicheren hervor und sind auffällig hangparallel abgeschrägt. Die halbrund geformte Felswand ist Zeuge der Würm-Eiszeit, die sich im Nordschwarzwald vor allem durch Karvergletscherung äußerte. In den Felsen brütet der Wanderfalke.

Die Hornisgrinde zählt zu den niederschlagsreichsten Gebieten des Nordschwarzwalds (ca. 2.200 mm/Jahr), da die Hochflächen den regenreichen altlantischen Westwinden ausgesetzt sind. Die bewaldeten Bereiche zählen auch zu den bekanntesten Waldschadensgebieten der Bundesrepublik (LfU 1992). Die Wind und Wetter exponierte Hochfläche erfährt eine ständige Zufuhr von luftgetragenen Schadstoffen, die die flachen und basenarmen Buntsandsteinböden nur ungenügend abpuffern können.

Das Hornisgrinden-Gebiet gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Nordschwarzwald. Von der Schwarzwaldhochstraße (B 500) am Mummelsee gut erreichbar, strömen jährlich über hunderttausend Besucher auf die Hornisgrinde, um von hier oben die grandiose Fernsicht zu genießen oder auf den vielen Wanderwegen die urwüchsige Natur zu erleben. Am Westhang der Hornisgrinde liegt das Weindorf Sasbachwalden, auch bekannt für sein Fachwerk und Blumenschmuck.

Quelle: Themenpark Umwelt, Baden-Württemberg

Faltblatt Naturschutzgebiet Hornisgrunde-Biberkessel, BNL Freiburg