Quelle: Gemeinde SeebachFlyer Seebach_Silbergruendle

Es bleibt bis heute ein Rätsel, warum kein Gemeinde-, kein Bergbau- und kein Generallandesarchiv das Vorhandensein des Erzbergwerks erwähnt. Besonders erstaunlich ist dabei die Tatsache, dass in diesen Archiven wesentlich kleinere Bergwerke zum Teil ausführlich beschrieben sind. Es gab nur eine in der Bevölkerung weit verbreitete mündliche Überlieferung und verschiedene Flurstücksnamen, die auf das Vorhandensein eines Stollens hindeuteten.

Aufgrund von Hinweisen älterer Mitbürger konnten vor einigen Jahren interessierte Seebacher Bürger tatsächlich den Erzstollen aufspüren. In tausenden von Arbeitsstunden vieler freiwilliger Helfer wurde der Stollen wieder zugänglich gemacht. Bergbauliche Aktivitäten sind bis ca. 1770 nachgewiesen.

Indizien von gefundenen Beleuchtungsspuren werden in die Zeit zwischen 9. und 11. Jahrhundert eingeordnet. Reste der ehemaligen Bergwerksanlage werden derzeit den Besuchern wieder zugänglich gemacht. Ein rund 167 m langen Stollen zeigt gut erhaltene Spuren der mittelalterlichen Vortriebstechnik. Er diente vermutlich als Wasserlösungsstollen für die oberhalb liegenden Silbererzabbaubereiche.

Das historische Bergbaugebiet Silbergründle

Der als „Erzknappenloch“ bezeichnete 167 m lange und geradlinig verlaufende Stollen diente aller Wahrscheinlichkeit nach zur Wasserlösung der deutlich höher gelegenen Abbaustollen. Die nur wenige Meter parallel übereinander liegenden Abbau-Stollen im Bereich der „Höllenlöcher“ sind vertikal und lateral durch zwei auf kurze Distanz zueinander versetzte Querschläge miteinander verbunden. Das Grubengebäude, auf einer Länge von insgesamt 164 m begehbar, enthält zwei 14 und 15 m tiefe Tagschächte (Höllenloch 1 und 3). Ein weiterer Schacht (Höllenloch 2) befindet sich im Südosten des bisher bekannten Bergbaugebietes. Zur Erforschung und Freilegung weiterer, bislang unbekannter Teile des Bergbaugebiets, werden die Eintrittsgelder und Spenden der Besucher eingesetzt.

Geologie

In der Grube Silbergründle sind zwei bis 1,5 m mächtige, steilstehende Quarzgänge aufgeschlossen. Sie enthalten in einzelnen Abschnitten reichlich Bleiglanz in feiner Verteilung und nesterartiger Anreicherung mit geringem Silbergehalt. Untergeordnet kommen auch Fahlerz und Kupferkies vor. In Spuren nachgewiesenes Argentit lässt die wahrscheinliche Vermutung zu, dass der Bergbau im Silbergründle vornehmlich auf Silber- und Bleierze ausgerichtet war. Von den beiden Hauptgängen zweigen in Ost/West-Ausrichtung weitere schmal laufende Quarzgänge ab. Nebengestein ist der klein- bis mittelkörnige, hellrosa bis hellgraue Seebachgranit, ein Zweiglimmergranit. Durch das Eindringen oxidierender Oberflächenwässer haben sich Eisen-Mangan- und Kupferoxide bzw. -hydroxide gebildet. Es handelt sich im Schwarzwald um die einzige für die Öffentlichkeit zugängliche Gangmineralisation im Granit und um ein besonders schönes Beispiel für eine mehrfach aufgelebte Störungstektonik.

Wissenswertes für Besucher

Besichtigungen sind immer im Rahmen des örtlichen Ferienprogramms, für die Familien aber auch nach Vereinbarung bei der Touristeninformation in Seebach möglich. Eine Besichtigung des Erzstollens Silbergründle ist auch eine Idee für einen spannenden und informativen Kindergeburtstag außer Haus.

Für die Dauer Ihrer Führung bekommen Sie von uns einen Helm, Lampe, Gummistiefel und einen Umhang gestellt, damit Ihre Kleidung möglichst nicht nass oder schmutzig werden kann. Sie können selbstverständlich auch Ihre eigenen Stiefel, Regenjacke usw. benutzen.

Die Führungen finden im System „obere Stollen“ mit separatem Ein- und Ausgang statt. Hier befindet sich auch der älteste bekannte Teil des Bergbaus in Seebach, zwei Schachtanlagen und ein wassergefülltes Gesenk mit Quelle.

Auf Wunsch werden auch Sonderführungen im „unteren Stollen“ angeboten. Bitte direkt bei der Tourist-Information Seebach anfragen, Stichwort „Der untere Stollen“ – Die Kontaktdaten finden Sie HIER.

Auch alle Kinder sind bei uns als Besucher in den Stollen herzlich willkommen, es gibt keine Altersbeschränkungen!

Bergwerkspfad rund um den Silberberg (3,5 km)

Von der Mummelseehalle führt die leichte Wanderung vom Kurpark zum Friedhof und weiter bergauf auf dem Teersträßlein, an dessen Ende der links abzweigende Weg eingeschlagen werden muss. Zahlreiche Spuren, Schächte und Steine vermitteln dabei einen Eindruck des lange zurück liegenden Silberbergbaus. Leichte Wanderung um den Silberberg, Länge ca. 3,5 km und 150 m Höhendifferenz.