{"id":12461,"date":"2020-02-10T15:50:00","date_gmt":"2020-02-10T14:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=12461"},"modified":"2020-02-10T15:50:02","modified_gmt":"2020-02-10T14:50:02","slug":"hochtour-silvretta-montafon-vom-25-08-2019-bis-28-08-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=12461","title":{"rendered":"Hochtour Silvretta\/Montafon vom 25.08.2019 bis 28.08.2019"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>1. Tag: Silvretta\nStausee-Wiesbadener H\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>P\u00fcnktlich um\n5:00 Uhr war Abfahrt zu unserer diesj\u00e4hrigen Hochtour ins Silvretta Gebirge.\nSchon&nbsp; die Anfahrt, \u00fcber eine der\nsch\u00f6nsten und beliebtesten Panoramastra\u00dfen der Alpen, war ein Genuss; die\nSilvretta-Hochalpenstra\u00dfe f\u00fchrt 22,3 km von Partenen im Montafon (1.051 m) in\n34 Kehren \u00fcber die auf 2.032 m hoch gelegene Bielerh\u00f6he (Mautstra\u00dfe; 16,50\u20ac\/PKW);\nsie ist gleicherma\u00dfen beliebt bei Motorradfahrern wie auch bei Radfahrern.\nBewundernswert wie einige Radler sich mit Gep\u00e4ck, und wohlgemerkt ohne Akku, Kehre\nf\u00fcr Kehre nach oben k\u00e4mpften.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt\nund Treffpunkt f\u00fcr alle war der Parkplatz am Silvretta Stausee. Nach einer\nkleinen St\u00e4rkung mit einer wundersch\u00f6nen Aussicht auf den See und auf die\numliegende Bergwelt starteten wir erst um 10:00 Uhr. Wir, das waren 10\nhochmotivierte Tourengeher, 3 Frauen und 9 M\u00e4nner. Mit Martina und Siggi\nkonnten wir dieses Jahr zwei neue Gesichter begr\u00fc\u00dfen. Um es vorwegzunehmen, sie\nhaben sich bestens integriert und unsere Truppe bereichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Weg\nf\u00fchrte kurz am Ostufer des Sees entlang, anschlie\u00dfend folgte ein l\u00e4ngerer\nSteilaufstieg (zwischen Ochsental und Bieltal) durch Schrofengel\u00e4nde bis zum\nRadsattel auf 2652m H\u00f6he; immer im Blick die Gipfelwand des Hohen Rad.\nUnterwegs passierten wir die Radschulter, von welcher der Radsteig sich einen\nGer\u00f6llhang hochschwingt auf den Gipfel des \u201eFast-Dreitausender\u201c Hohes Rad\n(2934m); Manuela, Wolfgang, Christian und Gerhard, die Leistungsst\u00e4rksten in\nunserer Truppe lie\u00dfen es sich nicht nehmen, diesen Gipfel zu besteigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vom Radsattel,\nmit fantastischer Aussicht auf Piz Buin, sowie Ochsentaler-und\nVermuntgletscher, ging es nun bergab zur Wiesbadener H\u00fctte (2443m). Hier\nerwartete uns bereits Siggi Schemel; er w\u00e4hlte die elegantere Variante am Ufer\ndes Sees entlang und anschlie\u00dfend durchs Ochsental zur Wiesbadener H\u00fctte. In\nAbsprache mit dem H\u00fcttenwirt nahm er sogleich die Quartiereinteilung vor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Tag: Wiesbadener\nH\u00fctte- Jamtalh\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausgeschlafen und durch das ausgiebige Fr\u00fchst\u00fcck in der\nWiesbadener H\u00fctte gest\u00e4rkt gingen wir den gleichen Weg wie am Vortag bis zur\nRadschulter zur\u00fcck. Er f\u00fchrte uns zun\u00e4chst \u00fcber gro\u00dfe Wiesen und zum Schluss\n\u00fcber eine steile, felsige Passage den Hang hinauf bis zum \u00dcbergang. Hier\n\u00fcberschritten wir die Landesgrenze zwischen Vorarlberg und Tirol und es folgte,\n\u00fcber viel Ger\u00f6ll der steile Abstieg ins Bieltal. Das Tal zeigte sich mit gr\u00fcnen\nWiesen und seinen alpinen Pflanzen von seiner sch\u00f6nsten Seite. Wir \u00fcberquerten\nden idyllischen Bieltal-Bach und gelangten \u00fcber eine Alubr\u00fccke auf die andere\nSeite. Zun\u00e4chst ging es gem\u00e4chlich bergauf, dann aber wurde es immer\nunwegsamer, bis kein Weg mehr zu erkennen war. Aufgeschichtete Steinhaufen\ngaben die Richtung vor, Schwei\u00dftreibend \u00fcber Stein und Ger\u00f6ll k\u00e4mpften wir uns\nin Serpentinen aufw\u00e4rts, in Richtung Getschner Scharte auf 2839 m H\u00f6he. Dabei\npassierten wir auch einige Altschneereste des nahegelegenen Madlenerferners. Zur\u00fcckgehende\nGletscher, Steinw\u00fcsten und Ger\u00f6llfelder offenbaren hier deutlich die\nVer\u00e4nderung des&nbsp; Klimas, Stolz waren wir\nam h\u00f6chsten Punkt des Tages angekommen und konnten den Weiterweg begutachten;\nin der Ferne war sogar unser heutiges Tagesziel, die Jamtalh\u00fctte, zu erkennen.\nWie das letzte Drittel des Aufstiegs, so ist auch das erste Drittel des\nAbstiegs unangenehm zu gehen: Stein, Fels und loses Ger\u00f6ll verlangten von uns\nvolle Konzentration.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Ab jetzt ging es\nstetig bergab. Nach einiger Zeit und einigen steilen Metern an einer Felswand\nentlang wurde die Szenerie lieblicher; gr\u00fcne Wiesen mit einzelnen Alpenblumen\nund ein dahin flie\u00dfender Gletscherbach waren ein Genuss f\u00fcrs Auge nach so viel\nGrau mit Ger\u00f6ll und Stein. Wir \u00fcberquerten, elegant jonglierend \u00fcber\nFelsbrocken,&nbsp; noch einen Bach und\ngenossen in dieser Idylle noch eine Pause. Das letzte St\u00fcck f\u00fchrte uns durch\nein mit hohen Str\u00e4uchern dicht bewachsenes Wiesenst\u00fcck, ehe wir den reisenden\nJambach mit seinem gr\u00fcnen Gletscherwasser auf einer neu erbauten Br\u00fccke\nquerten. Vorbei an einigen gro\u00dfen Steinen fiel uns mit Blick auf die\nJamtalh\u00fctte (2165m) der letzte kleine Gegenanstieg nicht mehr schwer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Tag: Jamtalh\u00fctte,\nGletscher Scharte- Heidelberger H\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Strapazen des Vortages waren nicht ohne Folgen: Zum\neinen hatte Franz ein Schwund von 3 Bergwanderern zu verzeichnen, so dass wir\nfortan nur noch zu neunt unterwegs waren, Zum anderen hatte Martina massive\nProbleme mit ihren Wanderschuhen. Die Sohle l\u00f6ste sich an beiden Schuhen. Was\ntun, war nun die Frage? Jetzt kam unser Gerhard ins Spiel, ein Spezialist f\u00fcr\nschwierige F\u00e4lle. Mit Kabelbinder, Panzerklebeband und dem n\u00f6tigen technischen\nGeschick gelang es ihm, die Schuhe so zu pr\u00e4parieren, dass Martina die Tour zu\nEnde gehen konnte. Um es vorwegzunehmen, es war die K\u00f6nigsetappe und dies bei\nKaiserwetter. Von der H\u00fctte gingen wir auf einem leicht ansteigenden Weg am\nherrlichen Futsch\u00f6lbach bergauf; gr\u00fcne Wiesen mit weidenden K\u00fchen, immer wieder\nunterbrochen durch graue Felsbrocken, pr\u00e4gten dieses Wegst\u00fcck bis zum\nFinanzerstein , einem gro\u00dfen Felsbrocken. Ab hier ging es steil bergauf, und\nmit zunehmender H\u00f6he wurde das Gel\u00e4nde steiniger. Der Aufstieg zum Kronenjoch\n(2980m) \u00fcber loses Ger\u00f6ll war m\u00fchsam und schwei\u00dftreibend. Das Kronenjoch bildet\ndie Staatsgrenze zwischen \u00d6sterreich und der Schweiz. Nachdem wir 2017 die\nZugspitze mit 2962m und 2018 die Schesaplana mit 2965m bestiegen, war es an der\nZeit die 3000er Grenze zu knacken. Mit dem Grenzeck-Kopf hatten wir die\nGelegenheit. Vom Kronenjoch aus gingen wir auf einem schmalen felsigen Grat,\nder den Grenzverlauf zwischen der Schweiz und \u00d6sterreich bildet, Richtung\nGipfel. Nach einer kurzen Kraxelei \u00fcber Felsbl\u00f6cke gelangten wir letztendlich\nzum Gipfel mit seinem stattlichen Gipfelkreuz. Mit einer H\u00f6he von 3048m hatten\nwir die 3000er Marke gerissen. Wir machten eine kleine Pause auf dem Gipfel und\ngenossen bei stahlblauem Himmel einen fantastischen Blick auf die umliegende\nBergwelt. Nach ein paar Bildern, dem obligatorischen Gipfelschnaps von Thomas\nund dem Eintrag ins Gipfelbuch f\u00fchrte unser Weg wieder zum Kronenjoch zur\u00fcck.\nAb jetzt ging es nur noch bergab und komplett auf Schweizer Staatsgebiet bis\nzur Heidelberger H\u00fctte. Der Abstieg f\u00fchrte uns ein l\u00e4ngeres St\u00fcck \u00fcber\nGer\u00f6llfl\u00e4chen, weglose Schrofen und Steinw\u00fcsten, auch dies ein Zeichen des\nKlimawandels, hinunter bis zum Fimbabach. Hier wechselte die Vegetation, die\nGer\u00f6llfelder wurden weniger, gr\u00fcne Wiesen mit weidenden Schafen und K\u00fchen sowie\nder idyllisch dahinflie\u00dfende Gletscherbach pr\u00e4gten das letzte Wegst\u00fcck bis zur\nH\u00fctte. Endlich angekommen, st\u00e4rkten sich die einen mit einem leckeren\nKaiserschmarren, w\u00e4hrend die anderen verlorengegangene Energie mit dem\nobligatorischen Weizenbier wieder zuf\u00fchrten. Ein Novum erlebten wir auf der\nHeidelberger H\u00fctte: unsere mitgebrachten Schlafs\u00e4cke wurden zuerst in einem\nMikrowellenger\u00e4t erhitzt, erst dann durften wir sie mit aufs Zimmer nehmen;\nhiermit will man verhindern, dass Bettwanzen eingeschleppt werden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Tag: Heidelberger\nH\u00fctte &#8211; Ischgl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Heidelberger H\u00fctte ist Etappenpunkt der Transalp Classic\nRoute von Oberstdorf nach Riva am Gardasee; diese Route wird sowohl von\nRadfahrern als auch von Wanderern begangen. Auch wir kommen mit einer Gruppe\nins Gespr\u00e4ch, die auf einer Alpen\u00fcberquerung unterwegs ist. Heute geht es nur\nnoch bergab. Unser Weg f\u00fchrte uns immer am Fimbabach entlang, relativ flach und\nbequem, durch das gleichnamige Tal Richtung Ischgl. Wiesen und Weiden s\u00e4umten\nunseren Weg, immer wieder trafen wir auch auf Murmeltiere; nach ca. 2 km\nverlassen wir das Schweizer Staatsgebiet (von Grenzkontrollen keine Spur) und\nsind wieder in \u00d6sterreich. An der nahegelegenen Bodenalpe vorbei, ging es dann\nweiter auf Asphalt bis zur Mittelstation der Silvretta Seilbahn. Hier endet\nunsere diesj\u00e4hrige Tour.&nbsp; Das letzte\nSt\u00fcck des Weges ersparten wir uns, wir nahmen die Silvretta Bahn und kamen\ndirekt im Zentrum von Ischgl an. Der heutige Tag zeigte uns in aller Deutlichkeit\nden Wandel in der Alpenwelt, zun\u00e4chst die unber\u00fchrte und wilde Naturlandschaft\ndes oberen Fimbatals und dann das Sportindustriegebiet von Ischgl mit seinen\nLiftmasten, Fahrstra\u00dfen, Schneekanonen, Seilbahnstationen, Betriebsgeb\u00e4uden\nusw. Wie hei\u00dft es doch \u201eNatur pur finanziert nicht den Wohlstand der\nBergbewohner\u201c, daher ist sie hier verschwunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Von Ischgl aus fuhren wir mit dem Bus \u00fcber Galt\u00fcr zur\u00fcck zu\nunserem Ausgangspunkt auf die Bieler H\u00f6he. Hier erlebten wir eine faustdicke\n\u00dcberraschung; unsere Autos waren nicht mehr vorzufinden, diese wurden \u201eum geparkt\u201c\nund wir fanden sie am \u00e4u\u00dfersten Rand des Parkplatzes wieder; der&nbsp; gesamte Platz\nwurde f\u00fcr eine Openair-Veranstaltung hergerichtet; der Zeltmeister sagte uns,\nder Abschleppdienst aus Bludenz sei bereits bestellt (Kosten ca. 700 \u20ac);\nschlie\u00dflich hatten wir es dem Verhandlungsgeschick von Martin Grossmann zu\nverdanken, dass der Abschleppdienst sofort abbestellt wurde und wir nochmals\nmit einem blauen Auge davon kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tour hat bei uns allen bleibende Eindr\u00fccke hinterlassen;\nsie war, wie wir es von Franz kennen, perfekt geplant und super vorbereitet.\nWie in den Vorjahren hatte er auch bestes Hochtourenwetter bestellt. Hierf\u00fcr\ngilt Franz unser aller Dank. Ein besonderer Dank geht auch an Ellen, die f\u00fcr\neine reibungslose Organisation im Vorfeld sorgte.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\"><em>Josef Fischer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">1. Tag: Silvretta Stausee-Wiesbadener H\u00fctte P\u00fcnktlich um 5:00 Uhr war Abfahrt zu unserer diesj\u00e4hrigen Hochtour ins Silvretta Gebirge. 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