{"id":12847,"date":"2020-12-07T15:19:00","date_gmt":"2020-12-07T14:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=12847"},"modified":"2020-12-14T15:30:23","modified_gmt":"2020-12-14T14:30:23","slug":"hochgebirgswanderung-stubaier-hoehenweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=12847","title":{"rendered":"Hochgebirgswanderung Stubaier H\u00f6henweg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">( 23.08.2020-26.08.2020)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lange war unklar, ob wir diese Tour \u00fcberhaupt durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Die im Fr\u00fchjahr, wie aus heiterem Himmel sich pl\u00f6tzlich weltweit ausbreitende Corona-Pandemie, zeigte unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen wie verletzlich wir in unserer globalisierten Menschen-Gemeinschaft sind. Ein Virus hat pl\u00f6tzlich die Welt ver\u00e4ndert: Lock-down, H\u00fcttenschlie\u00dfungen usw. Doch im Sommer zeichnete es sich ab, dass auch Bergsport unter Corona Bedingungen mit Einschr\u00e4nkungen wieder machbar ist. Es war eine logistische Meisterleistung unseres Bergf\u00fchrers, die H\u00fctten zu reservieren und die sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Corona-Bedingungen im Vorfeld f\u00fcr uns abzukl\u00e4ren. Um es vorwegzunehmen: es hat alles bestens geklappt. Unsere Tourengruppe bestand dieses Jahr aus 2 Frauen und 6 M\u00e4nnern, hinzu kam unser bew\u00e4hrter Bergf\u00fchrer Franz. Neu dabei waren Marina und Michael; Beide hatten sich bestens in unserer Gruppe integriert. Ein Gro\u00dfteil der Gruppe reiste aufgrund der l\u00e4ngeren Fahrstrecke bereits am Samstag an und traf sich abends zum Essen beim Italiener in Neustift; Siggi Schemel, ein wie sich herausstellte bekanntes Gesicht im Stubai, organisierte kurzfristig die \u00dcbernachtungen f\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.Tag: Oberiss-Alm \u2013 Franz-Senn-H\u00fctte \u2013 Neue Regensburger-H\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgangspunkt unserer diesj\u00e4hrigen Bergwandertour war der Parkplatz bei der Oberiss-Alm (1742 m)die den Talschluss des Oberbergtals bildet. Das Oberbergtal ist ein 10 km langes Hochtal, das bei Milders vom Stubaital abzweigt. Nachdem auch die Nachz\u00fcgler (die, die am Sonntagmorgen anreisten) eingetroffen waren konnten wir um ca. 10:00 Uhr bei sch\u00f6nstem Bergwetter unsere Tour beginnen. Nach 400 H\u00f6henmetern und 2 Stunden bergauf erreichten wir die Franz-Senn-H\u00fctte (2147). Franz Senn war Pfarrer, er wurde auch \u201eGletscherpfarrer\u201c genannt und gr\u00fcndete 1869 mit anderen zusammen in M\u00fcnchen den Deutschen Alpenverein. Ab der Franz- Senn-H\u00fctte befanden wiruns nun auf dem \u201eStubaier H\u00f6henweg\u201c (rot-wei\u00df-rote Markierung). Dieser ist insgesamt fast 100 km lang und kann in 8 Etappen begangen werden. Franz hatte f\u00fcr dieses Jahr ein Teilst\u00fcck von 3 Etappenf\u00fcr uns ausgesucht. Nach einer kleinen St\u00e4rkung auf der H\u00fctte ging es weiter Richtung Neue Regensburger H\u00fctte. Leider mussten wir uns wieder von Ellen und Agnes verabschieden, welche wieder ins Tal abgestiegen sind; sie hatten das Partyleben in Neustift einer anstrengenden Tour vorgezogen. Von der H\u00fctte ging es zun\u00e4chst ohne Aufstieg Tal ausw\u00e4rts, die Sonne machte sich ab jetzt rarer und war bald nicht mehr zu sehen, es wurde neblig und die Sicht schlechter, aber zum Gl\u00fcck regnete es nicht. \u00dcber \u201ePlatzengrube\u201c und \u201eUnn\u00fctzes Gr\u00fcbl\u201c f\u00fchrte unser Weg nun \u00fcber eine anstrengende Steilstufe zwischen Ger\u00f6ll und Schutt in die \u201eSchrimmennieder-Scharte\u201c auf 2714 m hinauf. Nach dem Aufstieg folgte der Abstieg in vielen Serpentinen durch das \u201eSchrimmenkar\u201c hinab zur Neuen Regensburger H\u00fctte (2286 m). Es war eine lange und anstrengende Etappe, als wir gegen 17:00 Uhr, nach 11 km und 1000 H\u00f6henmetern unsere Unterkunft erreicht hatten. Die f\u00fcr \u00fcber 4 Millionen Euro generalsanierte H\u00fctte bot uns einen ungewohnten Komfort und wir f\u00fchlten uns hier auch unter Corona-Gesichtspunkten stets gut aufgehoben. Ein Highlight zu sp\u00e4ter Stunde war dann noch das Champions-League-Finale Bayern M\u00fcnchen gegen Paris St. Germain f\u00fcr alle Fu\u00dfballinteressierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.Tag: Neue Regensburger H\u00fctte \u2013 Dresdner H\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 2. Etappe war die anstrengendste und l\u00e4ngste unserer diesj\u00e4hrigen Tour. Franz hatte auf Anraten der H\u00fcttenwirtin das Fr\u00fchst\u00fcck auf 6:00 Uhr angesetzt, Abmarsch war um 7:00 Uhr. Auch heute hatten wir wenig Aussicht, es war neblig, aber es blieb trocken. Unser Weg f\u00fchrte uns von der H\u00fctte aus durch das herrliche Hochtal des \u201eHohen Moos\u201c am \u201eFalbesoner See\u201c vorbei auf die Passh\u00f6he \u201eGrawagrubennieder\u201c, mit 2881m auch der h\u00f6chste Punkt des Stubaier H\u00f6henweges \u00fcberhaupt. Hierbefanden wir uns \u00fcber weite Strecken in hochalpinem Gebiet. \u00dcber den Schutt und viel Ger\u00f6ll des nahegelegenen Hochmoosferners gelangten wir nach ca. 3 Stunden \u00fcber einen seilversichertenAnstieg auf die Passh\u00f6he. Nach kurzer Verschnaufpause und kleiner St\u00e4rkung an einer windgesch\u00fctzten Stelle folgte ein langgezogener Abstieg Richtung Mutterberger See und zur \u201eWilden Grube\u201c. Nachdem die Sicht nun etwas besser wurde, konnten wir die wundersch\u00f6nen Stubaier Gletscherberge mit ihren herabst\u00fcrzenden Gebirgsb\u00e4chen erkennen und genie\u00dfen. Leider mussten wir aber auch feststellen, dass sich die Gletscher immer weiter zur\u00fcckziehen und jede Menge Ger\u00f6ll freilegen. Ab der \u201eWilden Grube\u201c ging es auf einer Schotterstra\u00dfe wieder m\u00fchsam 300 m bergauf. Ein Teil des Weges wurde Franz von einem Schafbock begleitet. Allem Anschein nach verstanden sich die beiden pr\u00e4chtig. Ob er Franz wohl auf den richtigen Weg f\u00fchrte? Ab dem Sattel \u201eEgesen Nieder\u201c (2506m) ging es steil bergab zur Dresdner H\u00fctte (2302m), die wir schon von weitem sehen konnten. Nach 7 Stunden Wanderzeit, 13 km Wegstrecke, 900 H\u00f6henmeter Aufstieg und 900 H\u00f6henmeter Abstieg hatten wir unsere Unterkunft gl\u00fccklich erreicht. In der gem\u00fctlichen Gaststube lie\u00dfen wir diesen anstrengenden Tag bei einem vorz\u00fcglichen Abendessen ausklingen. Zu sp\u00e4ter Stunde suchte dann die h\u00fcbsche Bedienung zur \u00dcberraschung der Anwesenden noch einen \u201eHerrn Spinner\u201c? Auf der Klobrille wurde ein Geldbeutel aufgefunden! Dieser geh\u00f6rte unserem Nico. Er hatte diesen Ort, weil es so kalt war, schnellstm\u00f6glich verlassen und sich ins Bett gelegt. Doch sein Vater war gro\u00dfz\u00fcgigund zahlte der Findergruppe eine Runde Schnaps als Finderlohn und die Sache war gegessen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.Tag: Dresdner H\u00fctte \u2013 N\u00fcrnberger H\u00fctte <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am dritten Tag schien endlich die Sonne und ab jetzt hatten wir bestes Bergwetter. Von der H\u00fctte ausquerten wir zun\u00e4chst den Fernaubach \u00fcber eine Stahlbr\u00fccke und erreichten auf steilen und felsigen Pfaden mit einigen Felsstufen und Seilsicherung nach ca. 1 \u00bd Stunden das \u201ePeiljoch\u201c (2676m); es war ein landschaftlich sehr eindrucksvoller Aufstieg. Oben angekommen bestaunten wir die imposante Kulisse des Stubaier Hauptkamms mit dem \u201eZuckerh\u00fctl\u201c (3507m) und dem \u201eSulzenauferner\u201e. H\u00f6chst abwechslungsreich gestaltete sich auch der Abstieg zur Sulzenauh\u00fctte. Er f\u00fchrte zun\u00e4chst in Serpentinen bergab, dann an einer Felswand mit Drahtseilsicherung und Trittstufen aus Metall entlang; immer im Blick die Gletscherwelt des Stubai mit ihren Gletscherseen. Talseitig lag der See der \u201eBlauen Lacke\u201c und ein Wildbach (Sulzenaubach) transportierte das Gletscherwasser an der Sulzenauh\u00fctte (2196m) vorbei ins Tal. Auf der Terrasse der herrlich liegenden Sulzenauh\u00fctte st\u00e4rkten wir uns und genossen bei Sonnenschein das Bergpanorama. Auf unserem Weiterweg Richtung N\u00fcrnberger H\u00fctte \u00fcberquerten wir mehrere kleine B\u00e4che und erreichten schlie\u00dflich den \u201eGr\u00fcnausee\u201e (2330m), den gr\u00f6\u00dften See der Stubaier Alpen, ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Mehrere herrlich gelegene kleinere Bergseen folgten auf unserem weiteren Weg. Kurz danach trennte sich unsere Gruppe. Die Leistungsst\u00e4rksten, allen voran unser Vorstand, sowie unser Junior Nico w\u00e4hlten den Weg \u00fcber die Mairspitze (2775 m); warum Marina hier nicht mitging, war f\u00fcr die meisten nicht ganz verst\u00e4ndlich! Der Rest der Gruppe mit Bergf\u00fchrer Franz k\u00fcrzte ab und erreichte \u00fcber das \u201eNiederl\u201c (2629 m) die N\u00fcrnberger H\u00fctte (2297 m). Der steile Abstieg war zwar anstrengend bereitete aber mit den Stahlseilversicherungen keine gr\u00f6\u00dferen Probleme. Fast zeitgleich trafen sich beide Gruppen bei der N\u00fcrnberger H\u00fctte wieder. Bei Weizenbier und Kaiserschmarren auf der Sonnenterasse der H\u00fctte waren die Strapazen des Tages schnell vergessen. Die N\u00fcrnberger H\u00fctte ist eine noch traditionell erhaltene Bergh\u00fctte mit einer heimeligen Gaststube.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.Tag: N\u00fcrnberger H\u00fctte \u2013 Ranalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am vierten Tag mussten wir Abschied nehmen vom Stubaier H\u00f6henweg, es folgte der Abstieg ins Langental, zun\u00e4chst \u00fcber einen schmalen Bergweg hoch \u00fcber dem Tal. Doch pl\u00f6tzlich f\u00fchrte unser Weg einen felsigen Hang 700 m steil bergab, hier war Trittsicherheit gefordert. Am Talboden angekommen hatten wir das Grau der Berge endlich verlassen, wohltuend f\u00fcr das Auge das Gr\u00fcn der Almwiesen mit der entsprechenden Vegetation. Bei der nahegelegenen B`suchalm (1580 m) genehmigten wir uns noch einen Fr\u00fchschoppen, wir waren die einzigen G\u00e4ste an diesem Morgen. Anschlie\u00dfend ging es auf einem breiten Forstweg weiter durchs Langental und zur Bushaltestelle Forstweg. Nach 40 km, 3000 H\u00f6henmeter im Aufstieg und 3200 H\u00f6henmeter im Abstieg hatten wir unser Ziel erreicht. Von hier gelangten wir mit dem Bus nach Neustift. Anschlie\u00dfend folgte die Heimreise, wir hatten Gl\u00fcck und keinen Stau. In der Gr\u00e4sselm\u00fchle in Obersasbach lie\u00dfen wir die diesj\u00e4hrige Hochtour ausklingen. Ein Dank gilt unserem Bergf\u00fchrer Franz f\u00fcr die wie immer perfekte Organisation und Leitung der Bergtour.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Josef Fischer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>( 23.08.2020-26.08.2020) Lange war unklar, ob wir diese Tour \u00fcberhaupt durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Die im Fr\u00fchjahr, wie aus heiterem Himmel sich pl\u00f6tzlich weltweit ausbreitende Corona-Pandemie, zeigte unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen wie verletzlich wir in unserer globalisierten Menschen-Gemeinschaft sind. 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