{"id":9441,"date":"2015-08-19T22:59:31","date_gmt":"2015-08-19T20:59:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=9441"},"modified":"2017-05-08T12:02:56","modified_gmt":"2017-05-08T10:02:56","slug":"grinden-werden-erweitert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schwarzwaldverein-sasbach.de\/?p=9441","title":{"rendered":"Grinden werden erweitert"},"content":{"rendered":"<div class=\"footer\">\n<p><span class=\"news-list-date\"><strong> 19.08.2015<\/strong> <\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie geh\u00f6ren zu den absoluten Besonderheiten im Nationalpark Schwarzwald: die beweideten Feuchtweiden, in der Region besser bekannt als Grinden. Grund genug, diesen speziellen Lebensraum, Heimat f\u00fcr viele seltene Pflanzen und Tiere, ein Mal im Jahr beim traditionellen Grindenfest Mitte August ausgiebig zu feiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDoch dabei soll es in diesem Jahr nicht bleiben: Wir haben schon vor der Gr\u00fcndung des Nationalparks nicht nur versprochen, die Grinden zu erhalten, sondern sie auch zu erweitern\u201c, sagt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Erweiterung des Grindenbandes nehmen nun im zweiten Nationalpark-Jahr Gestalt an. \u201eEs gibt schon einige Ideen, wir hoffen, dass wir noch in diesem Herbst damitbeginnen k\u00f6nnen, die Grinden an einzelnen Stellen behutsam zu erweitern\u201c, verr\u00e4t Schlund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr viele Arten, wie zum Beispiel Kreuzottern oder Auerh\u00fchner, ist gerade die besondere Mischung aus lichteren Strukturen ein wertvoller Lebensraum. Den waldfreien Bergheiden auf den Gipfellagen der Berge verdankt der Grindenschwarzwald zwischen Kniebis und Baden-Baden seinen Namen. Wild und von rauer Sch\u00f6nheit erinnern die mit Latschenkiefern, Beerstr\u00e4uchern, Heidekraut und Pfeifengras bewachsenen Fl\u00e4chen an Landschaften in Skandinavien. \u201eDiese wilde Landschaft hat aber \u2013 und das bleibt vielen Besuchern verborgen \u2013 einen Gro\u00dfteil seiner Entstehung menschlichen Tuns zu verdanken&#8220;, erz\u00e4hlt Schlund, der schon vor vielen Jahren ein Buch \u00fcber die Grinden geschrieben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon im 14. Jahrhundert wurden die Hochlagen von den Bauern aus den Gemeinden der T\u00e4ler gerodet und mit Hinterw\u00e4lder Rindern und mit Ziegen beweidet. \u201eDas Zusammenspiel der Jahrhunderte langen Beweidung und Brandrodung, die hohen Niederschl\u00e4ge und schlie\u00dflich der geologische Untergrund mit Buntsandstein haben die Grinden zu dem gemacht, wie wir sie heute kennen und sch\u00e4tzen\u201c, sagt Schlund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Beweidung Ende des 19. Jahrhunderts und auch die Mahd nach dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen kam, waren es freiwillige Helfer von Bergwacht, Schwarzwaldverein und anderen Organisationen, die sich seit den 1960er Jahren allj\u00e4hrlich zur sogenannten Schliffkopfaktion trafen, um die Grinden offen zu halten. Seit 1995 wird die Schliffkopfaktion auch dadurch unterst\u00fctzt, dass wieder Rinder und Schafe auf den Heiden weiden. Dennoch haben die Grinden in der Geschichte schon mal einen deutlich gr\u00f6\u00dferen Platz eingenommen: Waren einst \u00fcber 2000 Hektar der Schwarzwaldgipfel waldfrei, so sind es heute nur noch rund 200 Hektar, die durch die Beweidung mit Hinterw\u00e4lder Rindern und widerstandsf\u00e4higen Schafrassen offen gehalten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn wir die Grindenfl\u00e4chen erweitern und zusammenf\u00fchren, wird f\u00fcr Tiere wie Wiesenpiper, Kreuzotter oder Alpine Gebirgsschrecke auch wieder ein Austausch der Populationen m\u00f6glich\u201c, nennt Marc F\u00f6rschler, Leiter der Abteilung f\u00fcr \u00d6kologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz, einen wichtigen naturschutzfachlichen Grund f\u00fcr die Erweiterung. Geplant ist, die kleinen Gindenfl\u00e4chen in der Managementzone entlang der B 500 zwischen Alexanderschanze und Ruhestein zu einem Grindenband zusammenzuf\u00fchren und dort, wo es die Waldstrukturen erlauben, auch zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das ist eine sehr gute Planung zum Erhalt der alten Kulturlandschaft im Nordschwarzwald und naturschutzfachlich eine gute Erg\u00e4nzung zum Prozessschutz auf gro\u00dfer Fl\u00e4che des Nationalparks&#8220;, sagt der Pr\u00e4sident des Schwarzwaldvereins, Georg Keller. Damit werde eine Idee des Schwarzwaldvereins aus der Planungsphase des Nationalparks aufgegriffen und ein wesentlicher Wunsch des Schwarzwaldvereins an die Nationalparkverwaltung erf\u00fcllt. Auch Dieter Burkhardt von der Bergwacht Obertal, der mit seinen Bergwachtkameraden in den letzten Jahrzehnten kaum einen Arbeitseinsatz bei der Schliffkopfaktion vers\u00e4umt hat, freut sich: \u201eSo wird das gro\u00dfe Engagement der vielen freiwilligen Helfer der letzten Jahre belohnt und fortgef\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: Nationalpark Schwarzwald<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19.08.2015 Sie geh\u00f6ren zu den absoluten Besonderheiten im Nationalpark Schwarzwald: die beweideten Feuchtweiden, in der Region besser bekannt als Grinden. 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