Familienwanderung auf dem LEPO

26. März 2016

Die zweite Familienwanderung 2016 führte uns an diesem Samstag nach Ottenhöfen auf den landwirtschaftlichen Erlebnispfad (LEPO). Dieser Samstag? Welcher denn genau? Ostersamstag oder Karsamstag? Ok, den ersten gibt es nicht, gefühlt aber schon – zumindest heute, denn eine Trauerveranstaltung war der Tag heute nicht.

Gut, dass wir uns seit geraumer Zeit nicht mehr am Lindenplatz treffen. Wo hätten denn dort die vielen Autos mit den vielen Teilnehmern halten sollen? Wäre Brigitte, die am Lenderparkplatz – komplett zum Wandern ausgerüstet – vorbeigeschaut hatte, auch noch mit uns gegangen, hätten wir die Schwelle von 30 Teilnehmern geknackt. Wow.

Start der Wanderung war am Bahnhof Ottenhöfen, der Endhaltestelle der Achertalbahn. Der Bahnhof liegt wohl so weit hinten im Tal, dass den bis heute nicht jede kannte. Nun gut. Diese Scharte ist jetzt jedenfalls ausgewetzt.

Der LEPO ist ein ca. 9 km langer Rundwanderweg mit zwölf interaktiven Thementafeln, welche die Landschaft und Kulturgeschichte von Ottenhöfen/des Achertals erläutern.  LEPO ist aber auch ein Junge aus dem Dorf und gleichnamiger Hauptdarsteller eines Comics, der „amüsant und anektodenreich durch die Themen wie Obstbau, Imkerei oder Besiedlung“ führt, so die Beschreibung im offiziellen Info-Flyer des Naturparks Schwarzwald.

Und LEPO zum Dritten gibt es auch ein Rätsel mit neun Fragen. Wer die multiple choice Fragen löst, kann sich über eine im Rätsel-Flyer angegebene Internetadresse sein ganz persönliches LEPO-Diplom ausdrucken.

Wir waren heute mit 13 Kindern unterwegs. Schnell war klar, dass weder die Rätselei noch die Thementafeln beim Wandernachwuchs von allerhöchstem Interesse waren.

Egal. Denn der Weg bietet genug andere interessante Dinge:

  • Mal liegt hier ein Kieshaufen, der nach dem gestrigen Regentag völlig überraschend nass war oder dort ein noch viel größerer Steinehaufen, um nicht zu sagen -berg. Und wenn einer losrennt, rennen die anderen ganz geschwind hinterher.
  • Eine Hasen-Großfamilie, die im Holz lauernd, darauf wartete entdeckt und eingepackt, noch besser, gleich gegessen zu werden – was so auch geschah. Aber, wie sind die da nur hingekommen?
  • Oder es tun sich plötzlich Löcher auf im Berg. Ja wo kommen die denn nur her? Und wieso sieht das eine Loch so völlig anders aus, als das nächste, nur 50 m weiter am Weg. Genau. Das erste war ein Steinbruch im Granit und das zweite eine Sandgrube im (vergrusten) Granit. Hier hatten die Bewohner von Ottenhöfen Steine und Sand zum Bau ihrer Häuser und Höfe abgebaut. Und wenn kind in so einer Wand hochklettert, dann taucht da auch plötzlich mal ein Feuersalamander auf.
  • Oder die Eidechse am Rotwildgehege unterhalb der Benzmühle, die erst kürzlich ihren Schwanz verloren hatte und etwas tapsig vor uns den Weg kreuzte. Haben die auch alle gesehen oder war die Ablenkung durch die Hirsche, die weit oben, gut getarnt im Sonnenlicht ruhten, zu groß?
  • Und dann noch diese klibbrige schwarzgepunktet Masse in der Pfütze am Wegesrand unterhalb vom Günzberghof. So ein Quak. Und nur ein paar Schritte weiter, die junge, stattliche Ziegenfamilie.
  • Ein Klettergestell mit Balancierseil gleich nebenan im „Erlebnisbereich Holz“.
  • Klettersteine und Holzbohlen im Naddelwald des Erlebnisbereiches “Stein“ oberhalb vom Heidenhof (Baßler-Hof), bekannt aus „Lecker im Land“.
  • … und last not least ein vergrabenes U-Boot kurz vor dem Bahnhof. Ja, ja. Wenn man will, sieht man so allerhand links und rechts der Wege.

Und weil es heute eine Familienwanderung war, sollten auch die Erwachsenen nicht zu kurz kommen:

  • Piushof
  • Oberer Heidenhof
  • Faißthof
  • Mühlenhof
  • Blustenhof

Die Höfe hatten alle etwas gemeinsam. Leider weiß ich nicht mehr genau, was es war. Egal. Bekanntermaßen kommt die Erinnerung irgendwann wieder zurück.

Was aber bestimmt in Erinnerung bleibt: Schön war’s heute: Die Wanderung. Die Wandergruppe. Der Weg. Und natürlich auch das Wetter. Irgendwie hatten wir heute, zwischen dem Regentag gestern und den angekündigten Regentagen danach, unverschämt viel Glück.

Stefan Kunner