„Moin, Moin – Schleswig-Holstein läßt grüßen“

30. Mai bis 5. Juni 2005

Unter diesem Motto stand die mehrtägige Fahrradtour des SWV Sasbach-Obersasbach, die Anfang Juni unter der Leitung von Rudi Rapp & Gaby Kemper stattfand. Mit Bus und Fahrradanhänger machten sich 39 Teilnehmer auf in den hohen und für viele unbekannten Norden unserer Republik. Unser Standquartier hatten wir in Gammelby aufgeschlagen, einem kleinen Ort in der Nähe von Eckernförde. Im Hotel bereitete man uns zur Begrüßung einen Sektempfang und war überhaupt sehr um unser leibliches Wohl besorgt. Fünf Tage radelten wir den niedrigen Temperaturen zum Trotz rund 260 km durch die Landschaften Angeln und Schwansen im Osten Schleswig-Holsteins, eine, wie viele Schwarzwälder erstaunt feststellten, keineswegs platte, sondern recht hügelige Gegend.
Am 1. Tag ging es nach Schleswig an der Schlei, kein Fluß, sondern ein 42 km ins Landesinnere ragender Ostseearm. Dort besichtigten wir den St. Petri Dom und die malerische Fischersiedlung auf dem Holm. Weiter ging´s auf einer stillgelegten Bahnlinie Richtung Westerakeby und von dort zurück zur Schlei nach Lindaunis, wo sich die Praxis des ZDF-Landarztes befindet und wo gerade Dreharbeiten stattfanden.
Am nächsten Tag brachte uns der Bus über Flensburg nach Glücksburg, wo wir als erstes das bekannte Wasserschloß betrachteten. Direkt ans Ufer der Flensburger Förde führte uns der Weg durch das Naturschutzgebiet der Halbinsel Holnis, bevor wir dem Ostseeküstenradweg gen Süden bis Habernis folgten. Immer wieder gab es herrliche Ausblicke über das Wasser und die Segelboote hinweg zum nahegelegenen Dänemark. Ein Besuch im Museumsdorf Unewatt bildete den Schlußpunkt an diesem Tag.
Nur 10°, Wind und Nieselregen verhinderten am folgenden Tag unsere geplante Radtour. So erkundeten wir zu Fuß die hübschen, direkt am Ufer der Schlei gelegenen Orte Kappeln und Maasholm. Später besserte sich das Wetter, und wir konnten doch noch in die Pedale treten – vom Hotel aus radelten wir bei herrlicher Abendstimmung auf schmalen Wanderwegen einmal ums Windebyer Noor. So nennt man einen fast völlig vom Meer abgetrennten See.
Am 4. Tag starteten wir zur wohl schönsten und längsten Etappe unserer Reise, die uns zur Schlei, an die Ostseeküste und zu den riesigen Gütern Schleswig-Holsteins führte. Erster Höhepunk war Sieseby, eins der malerischsten Dörfer dieser Gegend mit wundervollen reetgedeckten alten Häusern. Direkt an der Schlei entlang und mit der kleinen Fähre hinüber gelangten wir nach Arnis, der „kleinsten Stadt Deutschlands“. Gemütlich schoben wir die Räder durch die einzige Strasse dieser Fischersiedlung, bestaunten die schmucken Häuser mit ihren hübschen Haustüren und kamen zur kleinen Kirche, in der uns die Küsterin einiges aus der Geschichte von Arnis erzählte. Über Kappeln und die neue Klappbrücke radelten wir weiter zum ehemaligen Marinestützpunkt Olpenitz, wo wir vom Hafen aus direkt zur „Schleimündung“ und zum Leuchtturm hinübersehen konnten. Am Naturschutzgebiet vom Schwansener See vorbei fuhren wir direkt am Ostseestrand entlang, doch trotz Sonnenschein trauten sich nur einige, wenigstens den großen Zeh ins Wasser zu strecken ! Das moderne Ostseebad und Rehazentrum Damp lohnt wahrlich keinen Besuch, so kehrten wir der See den Rücken und verweilten lieber beim alten Gut Damp mit dem Johannesstift und den noch erhaltenen Armenhäusern. Durch Landesinnere vorbei an unglaublich großen Korn- und gerade noch blühenden Rapsfeldern sowie den Gütern Hülsenhain, Rodensande, Ludwigsburg, Kasmark und Rögen kamen wir nach rund 70 km wieder im Hotel an.
Der letzte Tag erforderte noch einmal gute Kondition, denn der heftige, böige Gegenwind machte uns schwer zu schaffen. Über Eckernförde, das wir mit einem kleinen Rundgang erkundeten, und Holtsee, wo wir uns in der gleichnamigen Molkerei mit frischem Käse versorgten, gelangten wir nach Sehestedt zum Nord-Ostsee-Kanal, wo wir eigentlich picknicken wollten, doch dazu war es einfach zu ungemütlich und kalt. So radelten wir nach kurzer Pause, in der wir einige gewaltige Containerschiffe auf ihrer Fahrt von Brunsbüttel nach Kiel und umgekehrt bestaunt hatten, am Kanal entlang Richtung Bünsdorf am großen Wittensee, wo wir uns in einem Lokal wieder aufwärmten. Auf dem Rückweg überraschte uns dann noch übler Nieselregen, sodaß wir uns den Abstecher auf den 98m hohen Aschberg schenkten und quer durch die Hüttener Berge eiligst dem Hotel zustrebten.
Doch trotz der widrigen Witterungsverhältnisse hat es allen Teilnehmern dem Bekunden nach sehr gut gefallen und die Stimmung bei der Radeltruppe war stets bestens. Man wird Schleswig-Holstein mit den blühenden Flieder- und Weißdornhecken, den im Wind wogenden Kornfeldern und den schmucken Dörfern in guter Erinnerung behalten.