Skilanglauftour im Südschwarzwald

Sonntag, 8. Februar 2015

Sonntagmorgen, halb acht in Sasbach. Die Straßen leer, die Temperaturen am Nullpunkt.

Gewohnt pünktlich fuhren wir los, lagen doch schließlich gut 110 km Fahrstrecke vor uns. Die Autobahn war frei. Ab Freiburg wurde es auf der Straße aber so richtig winterlich. Die Fahrt vorbei am Steinwasenpark bis hoch zur Passhöhe am Notschrei war recht rutschig. Dennoch haben wir pünktlich um 9 Uhr den Parkplatz am Langlaufzentrum Notschrei erreicht.

Eine knackige Tour erwartete uns heute: Fünf Grad unter Null, 29 Streckenkilometer und 900 Höhenmeter Aufstieg und Abfahrt auf einer Rundstrecke über das Wiedener Eck bis zum Loipenhaus Hohtann und wieder zurück.

Drei Frauen und drei Männer starteten irgendwann nach 9 Uhr zur traditionellen Skilanglauftour unter der Führung von Martin Baumann. Besonders erfreut waren wir über unsere beiden Gastteilnehmerinnen aus Obersasbach und Sasbach am Kaiserstuhl. Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass unsere Gaby das Frauentrio vervollständigte.

Bei optimalen Loipenbedingungen in einer tief verschneiten Winterlandschaft starteten wir auf der Schauinslandspur bzw. dem Skifernwanderweg Schonach-Belchen. Am Vortag fand hier noch der legendäre 100 km-Rucksacklauf statt. Da wollten wir uns natürlich nicht lumpen lassen und gleichziehen, zumindest was das Tragen eines Rucksacks anbelangt. Doch unterwegs, oh Schreck oh Bohnert, musste Albert feststellen, dass er – vor lauter Telefoniererei – seinen Rucksack am Notschrei hatte stehen lassen. Und nun? „Schlüssel und Geldbeutel habe ich im Sack stecken. Wir laufen weiter!“ Ok. Gesagt getan!

Bei Kilometer 5,8 nahmen wir den Abzweig hinunter zum Wiedener Eck. Die Abfahrt war breit ausgewalzt, so dass wir es richtig sausen lassen konnten. Hui war das toll, dachten die meisten. Am Hotel angekommen ging’s gleich in den Gegenanstieg zum nahegelegenen Skilift. „Welch‘ steiler Hang“ dachten wir, und liefen, in der Zufriedenheit dort nicht herunterfahren zu müssen, an der Ostseite des „Hohtannen“ immer weiter der Loipe entlang. Ganz so, wie sich das als Langläufer eben gehört.

Bald erreichten wir das Loipenhaus Hohtann, den Wendepunkt der heutigen Tour. Die große Frage hier war, wie es denn nun weiter geht. Wir nutzten die Pause, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen. Wohl dem, der einen Rucksack dabei hat. Und Wohl denen, die sogar ein zweites Vesper oder auch kannenweise mehr oder weniger gut schmeckenden Tee mit sich herumschleppen, und dies alles dann auch noch selbstlos teilen.

Doch wie geht es nun weiter, Martin? Die Abfahrt zum nahegelegenen Zielort des legendären Skifernwanderweges in Untermulden wollten wir uns schenken. „Wir fahren zur Krinn und von dort aus dann auf dem Westweg zurück zum Wiedener Eck“.

Gesagt, getan.

Von wegen!

Dem Rat von zwei Langläufern folgend, sind wir in die Kostloipe – „in die Richtung da“ – eingestiegen, um bis zur Abzweigung zur „Krinn“ zu laufen. Nach einem knappen Kilometer war von der Abzweigung aber noch nichts zu sehen und wir begannen uns auch über die vielen Geisterfahrer zu wundern. Im Südschwarzwald gibt es auf den Loipen nämlich eine vorgegebene Laufrichtung, was mittlerweile auch bei uns im Nordschwarzwald Einzug erhält. Nach einer kurzen Rückfrage bei einem Ortskundigen, der uns da entgegenkam, war uns dann klar, dass es hier nicht zum Wiedener Eck geht und dass dann doch nicht so viele Geisterfahrer auf dieser uns völlig unbekannten, aber sehr schön zu laufenden Strecke unterwegs sind. Kurzerhand sind wir umgekehrt und – ganz ohne Geisterfahrer – wieder zum Loipenhaus zurück gelaufen. Dort angekommen nahmen wir dann den korrekten Einstieg in die Kostloipe bis zur Bergstation vom Skihang am Wiedener Eck.

Hä? Bergstation? Skihang? Das wir doch nicht ….

Doch! Es wird…

Fünf, unerschrocken vor allem was da kommen mag, und einer, der da halt irgendwie mit runter musste, mischten sich unter die startbereiten Skifahrer. „Das wird dort unten aber ganz schön steil“ so ein gut gemeinter Zuruf eines Skifahrers zu den Sechsen auf ihren dünnen, kantenlosen Brettchen.

– Zensiert – zensiert – zensiert –

Unten angekommen 🙂 mussten wir uns sputen, um noch vor der nahenden Herde Schneeschuhwanderer die letzten Meter bis zur verdienten Mittagseinkehr am Wiedener Eck zu absolvieren. Die vis-a-vis vom Hotel gelegene Westwegpforte „Wiedener Eck“ bot uns eine passende Kulisse für das obligatorische Gruppenfoto. Übrigens. An diese Stelle werden wir, dann aber ohne Skier, im Rahmen unserer im letzten Jahr gestarteten Westwegbegehung so gegen 2018 wieder zurückkehren (Endpunkt Etappe 10/Startpunkt Etappe 11 des Westweges-Variante 1).

Durst und Hunger waren im Wiedener Eck sehr wohlschmeckend bald gestillt. Die fünf, die bisher geschwitzt hatten, holten ihre getrockneten Klamotten aus dem Heizungsraum. Dann hieß es den inneren Schweinehund zu überwinden und wieder raus in die Kälte zu gehen.

In Erinnerung an verschiedene Touren vergangener Jahre liefen wir westlich des „Nollen“ auf einem nicht gespurten, teils rutschigen Pfad oder auch im tiefen Schnee mit breiten „V“ wieder hoch zur Schauinslandloipe. Uff, stöhn. Aber heute haben wir auch alles auf dem Programm, sogar das Skifliegen, wenn auch nur auf das eine oder andere Hinterteil.

Noch 11 km bis zum Notschrei zeigte, oben an der Loipe angekommen, die Beschilderung an. „Und jetzt geht es ja nur noch bergab“, so ein Zwischenruf aus der Gruppe. „Tendenziell ja“, fügte Wanderführer Martin schmunzelnd hinzu.

Auf welligem Profil um viele Ecken (Rispiseck, Mitteleck, Langeck) und um andere Höhen herum (Gätterle, Franzosenberg, Köpfle) erreichten wir, mehr und weniger ausgepowert, auf einem sehr schönen und abwechslungsreichen Schlussdrittel wieder den Startpunkt am Notschrei. Alle waren zufrieden und glücklich und dankten Martin für die tolle Führung einer sehr abwechslungsreichen, aber auch anstrengenden Tour.

Albert eilte schnell zu seinem Rucksack, der fast 7 Stunden später – völlig unberührt und tiefenentspannt – noch an gleicher Stelle auf ihn wartete. Glück gehabt!

Nach einem kurzen Prösterchen lösten wir uns schließlich auf und fuhren wieder zurück nach Sasbach: Einmal nach Sasbach „am Kaiserstuhl“ und Zweimal nach Sasbach „bei Achern“.

Und angespornt vom heutigen Tag schmiedete Martin gleich Pläne in den nächsten Tagen, so die Witterung mitspielt, außerplanmäßig nochmals eine Skilanglauftour zu machen. Wahrscheinlich vom Freiersberg (Bad Peterstal) zum Harkhof (Oberharmersbach), so die erste spontane Idee. Der Vorschlag wurde wohlwollend aufgenommen. Dann hoffen wir mal, dass uns dieser fantastische Winter zumindest in den Höhenlagen noch eine Zeit lang erhalten bleibt.

Erstaunlich früh, gegen halbsechs, waren wir noch bei Tageslicht wieder zuhause.

Stefan Kunner

volle Distanz: 29080 m
Maximale Höhe: 1256 m
Minimale Höhe: 1032 m
Gesamtanstieg: 910 m
Gesamtabstieg: -909 m
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